Blitzschutzanlagen

Eine Blitzschutzanlage schützt die sich im Gebäude befindenden Personen vor den gefährlichen Auswirkungen einer atmosphärischen Entladung. Des Weiteren bildet sie die Basis für effektive Überspannungsschutzmaßnahmen.

Häufig wird der Irrglaube vertreten, dass eine Blitzschutzanlage die Blitzentladungen anzieht. Dies ist allerdings fehlerhaft, da eine solche Anlage auf die Entladung, welche mehrere Kilometer entfernt und innerhalb der Wolken entsteht, keinen Einfluss hat.

Ist ein Blitzschutz für die elektrische Anlage notwendig?

Mit der Errichtung oder Inbetriebnahme einer elektrischen Anlage ist eine Blitzschutzanlage nicht auszuschließen. Aufgrund der Einschlaghäufigkeit, Gebäudekonstruktion, Gebäudenutzung und des Gebäudeinhaltes ergibt sich, ob eine Blitzschutzanlage für die jeweilige elektrische Anlage notwendig ist.

Das Blitzschutzsystem kommt erst dann zum Einsatz, wenn sich der Blitzschlag das betreffende Objekt ausgewählt hat. Mit Hilfe eines Blitzschutzsystems entlädt sich der Blitz an der Fangeinrichtung. Dadurch wird der Schutz der Personen mittels des äußeren Blitzschutzsystems gewährleistet. Die Fangeinrichtung alleine schützt allerdings die sich im Gebäude befindenden elektrischen Geräte nicht. Hierfür sind Überspannungsschutzelemente notwendig, da das äußere Blitzschutzsystem vor diesen Folgeauswirkungen nicht schützen kann. Aus diesem Grund unterscheidet man zwischen dem Äußeren und Inneren Blitzschutz.

Der Äußere Blitzschutz fängt Direkteinschläge mit einer Fangeinrichtung auf und leitet den Blitzstrom sicher mittels einer Ableitungseinrichtung zur Erde ab. Des Weiteren verteilt er den Blitzstrom über eine Erdungslage in der Erde.

Wohingegen der Innere Blitzschutz die gefährliche Funkenbildung innerhalb der baulichen Bereiche verhindert. Dies wird mit Hilfe eines Potentialausgleiches des Blitzschutzsystems innerhalb des baulichen Bereichs erzielt.

Zur besseren Veranschaulichung – die 5 Säulen, auf denen das Blitzschutzsystem aufgebaut wird.

  1. Fangeinrichtung
  2. Ableitungseinrichtung
  3. Erdungsanlage
  4. Trennungsabstände
  5. Blitzschutz-Potentialausgleich

Erdungsanlagen

Erdungsanlagen sind ein Teil des Äußeren Blitzschutzes und haben die Aufgabe, den Blitzstrom in die Erde zu leiten und ihn dort zu verteilen. Eine weitere Aufgabe ist, einen Potentialausgleich zwischen den Ableitungen herzustellen.

Man unterscheidet unterschiedliche Erder. Der Typ A-Erder (Tiefenerder) besteht aus horizontalen oder vertikalen Erdern und wird in größeren Tiefen eingebracht. Der Horizontalerder kommt zum Einsatz, wenn sich viele Personen häufig in der Nähe der zu schützenden baulichen Bereiche befinden. Der Vertikalerder besteht meist aus mehreren Vertikalerdern, die einen höheren Gesamtwiderstand aufweisen.

Unter dem Typ B-Erder versteht man einen Ring- oder Fundamenterder. Ein Ringerder ist ein Erder, der knapp unter der Erdoberfläche oder auf der Erdoberfläche einen geschlossen Ring um den zu schützenden baulichen Bereich bildet. Der Fundamenterder ist im Beton eingebettet und befindet sich mit der Erde in Berührung. Die Frostschutztiefe ist zu berücksichtigen. Das bedeutet, dass bei Anlagenerdern in Österreich 80 cm vorgeschrieben sind und bei Blitzschutzerdern genügen 50 cm.

Außerdem ist es wichtig, dass im Erdreich lediglich V4A (Niro), Kupfer und kupferummantelter Stahl zulässig ist.

Die Aufgaben eines Erdungssystems sind:

  • Lebewesen durch Begrenzung der Berührungs- und Schrittspannung zu schützen.
  • die baulichen Bereiche vor Blitzströmen zu schützen.

Somit erfüllt ein solches Erdungssystem folgende Anforderungen:

  • Korrosionsbeständigkeit
  • Personensicherheit
  • Beherrschung des Blitzstroms

NORMEN für Blitzschutz und Erdungsanlagen

  • ÖVE / ÖNORM 62305
  • ÖVE / ÖNORM 8049-1
  • ÖVE / ÖNORM 62561-1
  • ÖVE / ÖNORM 50310
  • ÖVE / ÖNORM E 8014 Reihe
  • ÖVE / ÖNORM E 8001

 

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